Erdabkühlung mit Hilfe von vielfältigen Meeresalgenfarmen und die ökologische Restaurierung Chinas – Chinareise Teil 2
In China wurde schon vor über 20 Jahren mit immer neuen Beschlüssen begonnen, die Natur wieder zu restaurieren und die Umweltverschmutzung zu beseitigen. Bekannt geworden sind inzwischen die großen Erfolge in der Begrünung von Städten und Wüsten. Auch auf meiner diesjährigen Reise konnte ich wieder nur staunen über die in die Städte zurückkommende Natur: Blumenrabatte, blühende Sträucher und große schattenspendende Bäume mitsamt ihrer Vogelvielfalt in den Straßen der zig Millionen Städte von Shanghai, Hangzhou, Xiamen und Peking, die wir besuchten.
In den großen Städten Chinas ist längst schon verwirklicht, was mühselige Baumentscheide wie in Berlin und engagierte, aktive Menschen von unten anstoßen, um die träge Politik endlich zu mehr Natur und Hitzeschutz in den deutschen Städten zu bewegen.
Quelle: Baumentscheid Berlin
Bekannt sind auch die Wiederaufforstungsprogramme in den Wüsten, manchmal verbunden mit einer Aufwuchshilfe von riesigen, schattenspendenden Solarparks. Alleine in der Wüste Gobi wurde schon eine Fläche der Größe Deutschlands wieder aufgeforstet.
In den oft achtspurigen Straßen herrscht hoher Verkehr mit Autos, Bussen, Lkw und Unmengen von Zweirädern – motorisiert oder als Fahrräder. Doch anders als bei uns ist die Luft für mich gefühlt sauber und es gibt keinen störenden und krankmachenden Lärm mehr. Ich habe die Anzahl der vorbeifahrenden Fahrzeuge mit grünen Nummernschildern (elektrische Antriebe) auf meinem Fußweg vom Hotel zur Messe in Shanghai gezählt. Von 200 Fahrzeugen (Autos, Busse, Lkw, Lieferwagen) waren schon 140 elektrisch. Die blauen Nummernschilder (Verbrennungsmotoren) gehörten noch den wenigen früher dominanten deutschen Automobilmarken, die grünen (E-Antriebe) fast ausschließlich chinesischen Marken. Eine beeindruckende Stichprobe.
Restaurierung der Mangrovenwälder, Wattenmeere an den Küsten und Böden in den Ackerregionen
Weniger bekannt ist, dass China auch schon Erfolge in den küstennahen Meeresregionen verzeichnet. Seit 2000 sind die Mangrovenwälder von 22.000 Hektar wieder um 44 % auf 31.700 Hektar gewachsen. Die dichten Bäume und Wurzeln der Mangroven reinigen das Wasser von überschüssigem Stickstoff und Phosphor, bremsen die Wellen und Gezeiten und schützen so die Küsten vor Erosion. Sie gehören zu den stärksten Kohlenstoffsenken. Auch in den einst hochverschmutzten großen Wattenmeerflächen vor der 12 Millionenstadt Xiamen gibt es erfolgreiche Renaturierungsprogramme. Fische, Vögel und andere Arten kommen zurück.
Quelle: China Daily – Mangrove restoration boosts coastal carbon sinks
Quelle: China Daily – Tidal flat restoration strengthens ecological protection
Nach einer Analyse der Welternährungsorganisation (FAO) hat China auch ein erfolgreiches System zum Schutz der schwarzen, also humusreichen und damit kohlenstoffreichen Böden, vor allem im agrarintensiven Nordosten entwickelt und etabliert. So werden Biodiversität, Nahrungsmittelproduktion und das Wohlbefinden der Bauernfamilien verbessert. Insbesondere werden so auch starke CO2-Senken geschaffen, was erheblich zum Klimaschutz beiträgt.
Quelle: China Daily – Soil restoration enhances carbon sequestration
Flüsse werden wieder sauber
Mitten in der 22 Millionen Einwohner Hauptstadt Peking liegt im Diplomatenviertel das Kempinski Hotel. Vor etwa 20 Jahren war ich schon mal dort und spazierte am nahegelegenen Ufer eines größeren Kanals. Der war damals eher eine stinkende Kloake mit Unmengen Müll übersät.
Unfassbar: diesmal nahm ich mein Morgenbad in genau diesem Kanal, wie viele Pekinger auch. Er ist zu einer Naherholungsoase geworden – Stand-up-Paddling ist beliebt, Cafés säumen das Ufer, Angler angeln sich ihr Mittagsessen, große Bäume spenden Schatten und blühende Seerosen sind eine Augenweide.
Dort fiel mir beim Schwimmen auf: Ich wollte schon immer, auch damals vor 20 Jahren in der Spree, gleich in der Nähe meiner Berliner Wohnung, baden gehen. Es war genauso wie in Peking unmöglich wegen verschmutztem Wasser. Heute kann ich wegen der Wasserverschmutzung immer noch nicht in der Spree baden, aber mitten in Peking mit großem Vergnügen in sauberem Naturgewässer!
Konferenzen und Veranstaltungen zum World Oceans Day in Xiamen 2026
In Xiamen sind große Meeresforschungseinrichtungen angesiedelt.
TIO (Third Institute of Oceanography)
Quelle: Third Institute of Oceanography (TIO)
ONCE (Ocean carbon negative emissions)
Quelle: Ocean Negative Carbon Emissions (ONCE)
Sie haben den Auftrag der Regierung Chinas unter anderem die Potenziale und Möglichkeiten der Kohlenstoffsenken im Meer zu erforschen.
Als wir die beiden Institute für Gespräche besuchten, fanden gerade in Xiamen die Blue Wave Conference 2026 sowie weitere internationale Veranstaltungen zum World Oceans Day und zum Schutz der Ozeane statt. Auf der Jugendkonferenz mit hunderten jungen Meeresschutzaktivisten und jungen Meeresforschern konnte ich einen Vortrag geben. Viele jungen Menschen kamen danach begeistert auf mich zu, weil ich Lösungen aufzeigte, wie man mit ozeanischen Algenfarmen die Atmosphäre vom überschüssigen Kohlendioxid wieder befreien kann, um so die Erde abzukühlen, statt weiter aufzuheizen. Ich erzählte ihnen von meiner Vision vor dreißig Jahren mit Photovoltaik und anderen Erneuerbaren Energien die schmutzigen, fossilen und atomaren Energien abzulösen.
Heute ist die PV auf einem industriellen Niveau, das noch in 2012 niemand glaubte, wie Karl-Heinz Remmers gerade in einem beeindruckenden Artikel beschrieb.
Quelle: PV Magazine – Eine verrückte Vision wird mehr als doppelt so wahr
Ich machte den jungen Meeresaktivisten Mut mit der Vision, dass die Menschheit in wenigen Jahrzehnten die Atmosphäre wieder restaurieren kann. Mit vielfältigen Meeresaktivitäten, insbesondere großen Makroalgenfarmen im offenen Meer, kann zusammen mit einem Aufbau von Meeresbiodiversität viel Kohlenstoff der Atmosphäre wieder entzogen werden.
Auf einer weiteren großen Konferenz sprach unser Reiseteammitglied Frank Schweikert, Gründer und Vorstand der deutschen Meeresstiftung.
Quelle: Deutsche Meeresstiftung
In seiner Rede betonte er ebenfalls die vielen Möglichkeiten und Notwendigkeiten der Meeresaktivitäten für eine Restaurierung der Meeresfauna und -Flora, womit gleichzeitig starke Kohlenstoffsenken geschaffen werden können.
Zu Beginn 2026 trat das Hochseemeeresschutzabkommen (BBNJ) in Kraft.
Quelle: World Resources Institute – High Seas Treaty (BBNJ)
Aktuell bewerben sich Xiamen in China, Valparaíso in Chile und Brüssel um den Sitz des BBNJ. Frank Schweikert warb dafür, an allen drei Standorten diese neue UN-Behörde einzurichten, um so die notwendige internationale Zusammenarbeit zu unterstreichen, die den Schutz und eine nachhaltige Nutzung der Hochsee ermöglichen könnte. Große Makroalgenfarmen in der Hochsee können genau das erfüllen: einen starken Biodiversitätsaufbau, zusammen mit der Produktion nachhaltiger Produkte wie Flugbenzin, Baumaterialien, Biokunststoffe, Biokohle und Nahrung für die Welt. Gleichzeitig würden starke Kohlenstoffsenken den Klimaschutz befördern.
Zusammenarbeit mit den Meeresforschungseinrichtungen vereinbart
Im Vorfeld der Reise hatte Jürgen Kurz erfolgreich Besuche und Gesprächstermine mit den zwei großen Meeresforschungseinrichtungen TIO und ONCE in Xiamen vereinbart:
In beiden Gesprächen war das Papier „Ocean Farming“ der Energy Watch Group die Grundlage der Gespräche.
Quelle: Energy Watch Group – Ocean Farming und CO₂-Entnahme
Prof. Victor Smetacek vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven gehört zu den 5 % meist zitierten Forschungspersönlichkeiten in der Welt.
Quelle: Victor Smetacek – ResearchGate-Profil
Er hatte in jahrelangen umfangreichen Forschungen entdeckt, dass man im Prinzip mit großen Makroalgenfarmen, z. B. Sargassum, im offenen Ozean der subtropischen Meereswirbeln soviel Kohlenstoff aus der Atmosphäre entnehmen kann, dass die vorindustrielle sichere Klimagaskonzentration wieder hergestellt werden kann. Für die Fachleute bedeutet das, eine Restaurierung der Atmosphäre von der heute viel zu hohen CO2-Konzentration mit 430 ppm wieder unter die für die Menschheit sichere Grenze von 350 ppm oder besser 300 ppm zu kommen.
Die chinesischen Meeresforschungsinstitute in Xiamen haben von der Regierung in Peking den Auftrag erhalten, zu untersuchen, wie große Kohlenstoffsenken in den Meeren geschaffen werden können. Sie hatten bisher hervorragende Methoden entwickelt, wie Ausbau der Mangroven oder Algenfarmen in Küstennähe, die aber in der Summe nicht das Kohlenstoffsenkungspotential haben, wie die großen Makroalgenfarmen in der Hochsee.
In unseren Gesprächen stellten sie ihre wertvollen Forschungsergebnisse vor und wir die Vision mit großen Algenmeeresfarmen die Atmosphäre wieder vom überschüssigen Kohlenstoff zu reinigen.
Dieser Vorschlag wurde mit großer Offenheit aufgegriffen.
Prof. Victor Smetacek war zusammen mit Franziska Pausch per Video zugeschaltet.
Sie stellten beeindruckende Details ihrer Forschungen vor und Franziska Pausch auch die ersten Aktivitäten von weltweit operierenden Start-ups der Makroalgennutzung.
Am Ende schlug das Institut ONCE vor, einen Letter of Intent (LOI), also eine Erklärung zur gemeinsamen Zusammenarbeit, zu unterschreiben.
Darin vereinbarten wir in den Bereichen Forschung, wirtschaftliche Entwicklung, politische Unterstützung und mediale Verbreitung zusammenzuarbeiten.
Für die Gruppe „Globale Abkühlung mit vielfältigen marinen Algenfarmen“ unterschrieben Jürgen Kurz, Frank Schweikert, Carl Fechner, Prof. Victor Smetacek und ich selbst.
Für das Forschungsinstitut ONCE unterschrieb Prof. Nianzhi Jiao. Er gilt als die herausragende Persönlichkeit der Meeresforschung in China.
Prof. Nianzhi Jiao ist Mitglied der chinesischen Akademie für Wissenschaft (CAS), Mitglied der Welt Akademie der Wissenschaft (TWAS), Mitglied der amerikanischen Akademie für Mikrobiologie, Prof. an der Universität Xiamen sowie Leiter des von der UN-Ozeandekade unterstützten Programms Ocean Negative Carbon Emissions (ONCE).
Am letzten Tag reisten wir nach Peking und führten Gespräche zur „Globalen Abkühlung mit vielfältigen Meeresalgenfarmen“ im Umweltministerium und im Ministerium für natürliche Ressourcen. Auch dort konnten wir diese Vision erstmals platzieren und großes Interesse wecken.
Mediale Verbreitung der Vision Ocean Farming
In unserem Team war auch Carl Fechner, der Leiter von Fechner Media.
Quelle: Fechner Media
Er hat mit seinen Filmen im Fernsehen, Kino und Social Media große Erfolge für den Klimaschutz erzielt.
Insbesondere sein in viele Sprachen übersetzter Kinofilm, Die 4. Revolution, beschrieb schon vor vielen Jahren positive Beispiele von Menschen, die sich für Erneuerbare Energien einsetzen. Mehrere Millionen Menschen in vielen Ländern der Erde haben diesen Film gesehen. Er hat damit einen großen Beitrag für den Aufbau der Erneuerbaren Energien in der Welt geleistet.
Carl Fechner hatte nun die Idee einen neuen Film, Die 5. Revolution, zu schaffen, der die Möglichkeiten beschreibt, wie die gesamte Atmosphäre wieder restauriert werden kann.
Allerdings braucht ein solcher Film Millionen, für die es noch keine Finanzierung gibt.
Carl Fechner hat auch meine Reden in Shanghai bei der PV-Konferenz und in Xiamen auf den Konferenzen zum World Oceans Day auf Video aufgenommen.
Hier sind die beiden Reden auf Video zu finden:
Quelle: Hans-Josef Fell – Videokanal
Mit eigenen Augen China erfahren
Wie stark und mit welcher beeindruckenden Geschwindigkeit sich die Umwelt, die Natur und die saubere Wirtschaft in China entwickelt, kann man nur in China selbst erfahren. Deutsche und europäische Medien zeichnen hier oft ein verzerrtes Bild.
Wer sich mit eigenen Augen über das neue, aufstrebende, sauber werdende China informieren will, der kann sich einer Reise, organisiert von Jürgen Kurz im Oktober 2026, anschließen. Informationen dazu kann man über die Mailadresse von ihm direkt erfragen:
In diesem Video gibt es mehr Informationen zu dieser Reise:
Quelle: Informationen zur Chinareise 2026
Jürgen Kurz, Gründungsmitglied der Grünen Partei und erfolgreicher Unternehmer in Shanghai, organisierte unsere China-Reise und stellte die Kontakte zu den Gesprächspartnern und Konferenzorganisationen her. Mit seinen vielfältigen Kontakten ermöglichte er die Gespräche und Konferenzreden in Xiamen bei den Konferenzen zum World Oceans Day sowie in den Ministerien Pekings.

