Besondere Ehrung auf dem UNC Cleantech Summit in North Carolina, USA
Auf Einladung der Universität von North Carolina (UNC), USA, hielt ich auf dem UNC Cleantech Summit 2026 die Keynote per Videoübertragung aus Deutschland.
Leider konnte ich nicht in die USA einreisen, da die von der US‑Administration neu aufgebauten hohen Einreisehürden für mich inakzeptabel geworden sind. Mein einfacher ESTA‑Antrag wurde ohne Angabe von Gründen zurückgewiesen. Danach wurde mir angeboten, einen Visumantrag zu stellen. Ich versuchte, die umfangreichen Angaben auszufüllen, was mich viele Stunden Zeit kostete, alle Daten über mich, meine verstorbenen Eltern, meine Kinder, meine aktuellen und ehemaligen Arbeitsverhältnisse, meine Absichten, in die USA zu kommen, und vieles andere zusammenzutragen. Dann sollte ich zum Interview am US‑Generalkonsulat erscheinen, mit den Hinweisen, dass ich alle meine aktuellen und vergangenen Social‑Media‑Kanäle, ggf. auch alle Passwörter auf meinem Handy und Computer bereithalten sollte für eventuelle Kontrollen.
Diese mögliche Durchleuchtung meiner ganzen Person und meiner Kommunikation habe ich nicht mehr akzeptiert, da mir nicht klar ist, wie die Trump‑Administration dann mit den umfangreichen offengelegten Daten über meine Person umgeht. Bekanntlich werden in den USA herausragende Klimaschützer auch von staatlicher Seite massiv behindert.
Dr. Georg Gruber, ein jahrzehntelanger Begleiter meiner politischen Arbeit, konnte mit einfachem ESTA‑Antrag in die USA reisen. Er war ebenfalls geladen, auf dem UNC Cleantech Summit ein Panel zu leiten, wo unser gemeinsames Projekt des Aufbaus einer Krisen- und kriegssicheren Energieversorgung in der Ukraine mit dezentralen Erneuerbaren Energien vorgestellt wurde.
Dr. Georg Gruber hat mir folgenden Bericht über die UNC-Konferenz zugesandt
Am 9. und 10. März 2026 fand der 12. jährliche UNC Cleantech Summit der University of North Carolina (UNC) in Chapel Hill, USA, statt. Das zweitägige Event bringt aus der Erneuerbaren‑Energien‑ und Finanzwelt, aus Politik und Wissenschaft, Fachleute aus dem gesamten Südosten der USA und der ganzen Welt zusammen, um in Diskussionen, Workshops, Mentoring‑Programmen und Networking‑Veranstaltungen die Entwicklung und das Wachstum der Cleantech‑Branche im Südosten zu fördern. Der Gipfel zieht fast 1.500 Teilnehmer an und ist die größte Veranstaltung dieser Art, die von einer Universität in den Vereinigten Staaten ausgerichtet wird.
In Plenarsitzungen oder während der gemeinsamen Mittagessen berichteten die führenden Köpfe, Innovatoren und politischen Entscheidungsträger der Cleantech‑Branche, darunter der demokratische Gouverneur Josh Stein, Don Stewart, Präsident von Toyota North Carolina, Dan Shugar, CEO von Nextpower, Führungskräfte von Dominion Energy oder der ehemalige Administrator der US‑Umweltbehörde EPA Michael Regan.
Der Aufbau einer eigenen US‑Cleantech‑Industrie war dominantes Thema auf der UNC‑Konferenz.
Diskutiert wurden mögliche Maßnahmen, um die Abhängigkeiten des Cleantech‑Sektors von China zu reduzieren – so die vermehrte Eigenversorgung mit kritischen Rohstoffen oder ein Installationsverbot chinesischer Wechselrichterhersteller wie Huawei. Grundsätzlich fühlt sich die amerikanische Cleantech‑Szene weniger physisch bedroht. Vielmehr rechnet man von der Softwareseite mit den gefährlichsten Attacken. Als Gegenmaßnahme reagiert man in den USA weiterhin mit einem massiven Hochfahren US‑eigener Produktionskapazitäten eigener Technologien und Software‑Anwendungen, beispielsweise über sämtliche PV‑Technologien hinweg. Q‑Cells und Thin Solar verstärken ihre PV‑Fertigung in den USA, Nextpower/Nextracker (3,5 Milliarden Umsatz!) hat inzwischen 30 Produktionswerke in den USA und liefert jede Woche 1 GW PV aus.
Im Gegensatz zu den USA haben Deutschland und Europa bei der Erneuerbare‑Energien‑Industrie kaum etwas zu bieten, und das, obwohl Trump die Cleantech‑Branche in den USA regelmäßig attackiert.
In Deutschland gibt es nur vergleichsweise kleine Hersteller in der Cleantech‑Branche (Solar, Windkraft, Batterien, E‑Mobile u.a.). Diese zu fördern oder ihnen durch starkes Marktwachstum eine wirtschaftliche Chance zu geben, behindert die Bundesregierung im Gegensatz zu der aktuellen US‑Regierung effektiv.
Die Gesetzesvorschläge aus der CDU/CSU/SPD‑Koalition in Berlin, wie das Netzpaket, die EEG‑Novelle, das Gebäudemodernisierungsgesetz u.a., werden, wenn sie tatsächlich beschlossen sind, den heimischen Markt für Erneuerbare Energien weitgehend erdrosseln. Wer aber den Heimatmarkt für Unternehmen dezimiert, wird weitere Firmenabwanderung und Insolvenzen sehen. Beides kennen wir ja schon von der EEG‑Novelle 2012 unter Federführung der damaligen Staatssekretärin Katherina Reiche, wo der Binnenmarkt für Photovoltaik (PV) massiv einbrach. Die Solarindustrie verschwand dann fast völlig Richtung China.
Im überregulierten Deutschland können Gesetzesbeschlüsse tatsächlich wie 2012 verheerend wirken. In den USA dagegen dominieren mehr die wirtschaftlichen Vorteile als die von Trump aufgebauten Behinderungen gegen Erneuerbare Energien. Da diese zusammen mit Speichern heute die billigste Art der Stromerzeugung sind, setzen sie sich in den USA trotz massiver Behinderungsversuche durch die Trump‑Regierung mehr und mehr durch. Das genau gibt die Grundlage auch für den weitergehenden Ausbau der Cleantech‑Industrie.
Der zweite Schwerpunkt auf der UNC‑Konferenz waren Künstliche Intelligenz und Quantencomputing.
Die USA streben bei Künstlicher Intelligenz (KI) und Quantencomputern in Konkurrenz zu China die Weltvorherrschaft an. In der zu UNC benachbarten Duke University gibt es dazu herausragende Forschungen. Dort wird unter anderem an Quantencomputern geforscht, die signifikant energieeffizienter sein werden und das Problem des massiv ansteigenden Energieverbrauchs durch immer neue Datenzentren lösen könnten.
Mit mehr als 40 Breakout‑Sessions und zahlreichen Keynote‑Präsentationen präsentierte der Gipfel innovative Lösungen und kühne Ideen zu diesem beherrschenden Thema, insbesondere wie die aus dem Boden schießenden Datenzentren mit Energie zu versorgen sind. Der Gipfel ließ auch Keynotes hochrangiger Politikberater zu, die den Energiebedarf eines Datenzentrums in Höhe einer 30.000‑Einwohner‑Stadt ausschließlich mit neu gebauten Mini‑Atomkraftwerken als besseren Ersatz von 20 Gasturbinen favorisierten.
Die anwesenden Erneuerbaren‑CEOs dagegen trauen sich eine Vollversorgung neuer energieintensiver Datenzentren mit PV und Batteriespeichern zu und zwar schneller als die derzeitige Bauzeit für Gasturbinen von 7-8 Jahren oder von Mini‑Atomkraftwerken. Beklagt wurde aber, wie in Deutschland, die Schläfrigkeit der staatlichen Energieversorger. Jigar Shah, Mitglied der 2024 TIME‑100‑Liste der einflussreichsten Personen der Welt, berichtete von einem 20‑GW‑Stau nicht an das Stromnetz angebundener PV‑Anlagen und z.B. einem festen Anschlusstermin einer 500‑MW‑Anlage im Jahr 2038.
Beeindruckend auch die Präsentation der Babcock Ranch, einer neu und sturmsicher gebauten, vollständig solarbetriebenen Stadt für heute 13.000 Einwohner in Florida, die 2022 den Hurrikan Ian (Kategorie 4) überstand, ohne Gebäudeschäden und ohne einen einzigen Stromausfall, und dabei selbst zum Zufluchtsort benachbarter Gemeinden wurde.
Ein Höhepunkt der UNC Cleantech‑Konferenz: die Keynote und Ehrung von Hans‑Josef Fell
Einer der Höhepunkte des UNC Cleantech Summit war die Keynote von Hans‑Josef Fell zum Thema: Erneuerbare Energien – ein Schlüssel für Frieden, Klimaschutz und ökonomische Erneuerung.
Die Präsentation der Rede finden Sie auf meiner Homepage.
Nach der per Video aus Deutschland übertragenen Rede im vollbesetzten Grumman‑Auditorium wurde der Preis UNC Cleantech Summit Lifetime Achievement Award für seine Pionierarbeit und gesetzliche Vorreiterrolle für Erneuerbare Energien mit dem EEG 2000 an Hans‑Josef Fell vergeben.
Die Preisverleihung nahm Ahmad Chatila vor, ein mehrfacher Gründer bedeutender Solarfirmen (SunEdison) und heutiger Startup‑ und Finanzinvestor (Fenice Investment Group).
Den Preis nahm stellvertretend Dr. Georg Gruber von den Vereinigten Werkstätten für Pflanzenöltechnologie entgegen.
Panel für eine ganzjährig sichere Energieversorgung der Ukraine auf Basis von 100% dezentralen Erneuerbaren Energien
Dr. Gruber und Julia Daviy, die ab 2012 selbst die ersten Erneuerbaren‑Energie‑Konferenzen in Kiew/Ukraine organisierte, initiierten das Panel „Ukraine: Auf dem Weg zu einer resilienten und dezentralen Energielandschaft“.
Kerngegenstand des Panels war die Übertragung der reinen Pflanzenöltechnologien, von der dezentralen Pflanzenölherstellung und dessen Verwendung in angepassten Traktoren und Generatoren, um den in der Ukraine herrschenden Mangel an flüssigen Kraftstoffen und künftiger Energiespeichertechnologie im Netzwerk Erneuerbarer Energien, vor allem im sonnenarmen Winter, decken zu können.
Die Moderation des Panels nahm der Organisator des UNC Cleantech Summit, Prof. Dr. Greg Gangi, selbst vor. Andrew Gulley, Forschungsdirektor für Strategische Mineralienberatung der USA, berichtete auf Basis konstant geleakter Informationen ukrainischer Journalisten über den sich permanent verschiebenden Vertrag zwischen der Ukraine und den USA zur Ausbeutung der Seltenen Erden in der Ukraine. In einer Kooperation mit der Ukraine haben die USA vertraglich derzeit die rechtlich bestimmende Alleinherrschaft. Dies wurde auf dem Panel stark kritisiert, da die USA schon lange die Finanzierung und die Waffenlieferungen an die Ukraine eingestellt haben. Erschreckend: Europäische Interessen kommen im Vertragswerk nicht vor.
