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China: Kein Musterschüler, aber ein entscheidender Akteur für den weltweiten Klimaschutz

Zum Erreichen der Pariser Klimaschutzziele und damit der Begrenzung der globalen Erwärmung um 1,5 °C ist es entscheidend, dass alle Länder und Regionen der Welt dazu beitragen, ihre Treibhausgas-Emissionen so schnell wie möglich auf Null bringen. In diesem Zusammenhang kommt China eine besondere Verantwortung zu, denn das bevölkerungsreichste Land der Welt ist auch der größte Emittent von CO2-Emissionen (28% aller CO2-Emissionen 2019).

Und obwohl China weiterhin auch in den Bau klimaschädlicher Kohlekraftwerke investiert, ist der Zubau der Erneuerbaren Energien bemerkenswert, denn der Anteil der Erneuerbaren ist, Stand 2019, bis zu 28% gewachsen, während die installierte Kapazität der Erneuerbaren sogar knapp 40% beträgt. Das geht aus dem aktuellen Rundschreiben der Hongkonger Solar Beratungsfirma Asia Europe Clean Energy (Solar) Advisory (AECEA) hervor. Dies ist besonders bemerkenswert, da doch China – mit der Ausnahme der Wasserkraft – erst gegen 2010 ernsthaft mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien begonnen hat.

Auch über die Energiepolitik hinaus, hat China einige Maßnahmen ergriffen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken, mit dem politischen Leitbild der ökologischen Zivilisation finden bspw. landesweit riesige Aufforstungsprogramme statt.

Um die Errungenschaften hervorzuheben, hat Chinas größte Tageszeitung, People‘s Daily, nun auch einige internationale Expert*innen (u.a. aus Japan, Belgien, Thailand, Russland, Brasilien, der Mongolei, Mexiko, Deutschland, Ägypten) über die positiven Entwicklungen in den Bereichen Energie- und Umweltpolitik befragt. In diesem Rahmen hob auch ich der Zeitung gegenüber z.B. die Maßnahmen zur Wiederbegrünung, z.B. große Aufforstungsprojekte in der Wüte Gobi und Chinas wichtigen Einfluss zum Ausbau der Erneuerbaren und der Elektromobilität hervor (der folgende Ausschnitt inhaltsgetreu ins Deutsche übersetzt):

Diese Initiativen werden große ökologische Vorteile bringen und durch Kohlenstoffsenken einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten“. Laut Fell könnte Chinas anhaltendes Drängen auf saubere Energieanwendungen wie Solar-, Wind- und Elektrofahrzeuge, die emissionsfreie Technologien billiger machen, dazu beitragen, sie globaler zu fördern.

Die lobenden Worte für den Beitrag Chinas zum weltweiten Klimaschutz sollen nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Land erhebliche demokratische Defizite hat, vor allem im Bereich der Menschenrechte, die inakzeptable Unterdrucksetzung Hongkongs ist dabei nur eines der vielen Themen.

Im grünen Sektor hat sich jedoch in der Tat einiges zum Positiven verändert. Was für die ganze Welt von existenzieller Bedeutung ist, denn wenn das große Land China nicht zum Umweltschutz findet, geht die ganze Welt zu Grunde.

Hammelburg, 22. Juni 2020

Ihr Hans-Josef Fell