Fossile und atomare Energien sind Kriegsursache, Kriegsfinanzierung, Kriegswaffe – doch auf der Münchner Sicherheitskonferenz spielen Erneuerbare Energien als Friedensenergie kaum eine Rolle

Es wird immer dramatischer: Autokraten, Diktatoren und selbst Präsidenten in der EU nutzen fossile und atomare Energieabhängigkeiten als Erpressungspotenzial, als Waffe, zur Kriegsfinanzierung und schaffen immer neue Kriege und Notstände.

Die lange Liste der aktuellen Kriege, Erpressungen, geopolitischen Verwerfungen und Notstände wegen Abhängigkeiten von atomaren und fossilen Energien wird täglich länger:

  • Der Iran hatte kürzlich kurzzeitig die Straße von Hormus gesperrt und damit gezeigt, dass er bei einem amerikanischen Angriff die Weltenergieversorgung massiv gefährden wird. 31 % der global verschifften Rohöle und 21 % des globalen LNGs müssen diese Meeresenge passieren, um zu den Energiekunden zu gelangen. Eine länger dauernde Sperrung der Schifffahrtsroute von Hormus würde den Rohölpreis auf über 100 Dollar pro Barrel steigen lassen und die Weltwirtschaft auch in Europa massiv belasten.

Quelle: Berliner Zeitung – Drohender US-Angriff auf Iran und mögliche Ölpreisschocks

  • Der Streit um das iranische Atomwaffenprogramm wird künftig noch stärker werden, denn der Iran hat kürzlich mit Russland den Bau von vier neuen Atomreaktoren vereinbart. Damit umgeht der Iran westliche Sanktionen, baut die Atomenergie zum Erzeugen von atomwaffenfähigen Brennstoffen aus und zeigt so, wie Atomenergie kriegstreibend ist.

Quelle: n-tv – Russland baut vier Atomkraftwerke im Iran

  • Auch die deutsche Regierung unter Kanzler Merz ignoriert die gravierenden Sicherheitsprobleme, der Atomenergie und Kriegsfinanzierungen Russlands. Sie empfiehlt laut Pressemitteilung von „ausgestrahlt“ vom 22.2.2026 gerade dem zuständigen niedersächsischen Minister Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen) den Einstieg der russischen Firma Rosatom bei der Brennelemente-Herstellung in Lingen. Damit ignoriert sie Warnungen deutscher Sicherheitsbehörden und ausländischer Experten vor den damit einhergehenden Sabotage-, Spionage- und Terrorgefahren, wie in dem dazugehörigen Erörterungstermin 2024 offensichtlich wurde.

Quelle: ausgestrahlt – Atomfabrik Lingen und der Erörterungstermin

Offensichtlich stört es die Bundesregierung nicht, dass Russland damit sogar Zugriffe auf sensible kritische Infrastrukturen bekommt.

  • Im Sudan und Libyen kämpfen rivalisierende Machthaber seit Jahren um die Erdölquellen im Lande. Um mit den Öleinnahmen ihre Macht zu festigen, müssen Hundertausende Menschen in brutalen Bürgerkriegen sterben.

Quelle: taz – Krieg im Sudan eskaliert

Quelle: Stuttgarter Zeitung – Drohende Gefechte in Libyen: Kampf um Öl, Geld und Macht

  • Im US-Krieg gegen Venezuela hat Präsident Trump völkerrechtswidrig den Präsidenten Maduro kidnappen lassen, etwa 100 Menschen, Sicherheitspersonal und Zivilisten mussten sterben. Trump hat Venezuela wegen seines Erdölreichtums angegriffen und verteilt nun die Erdöleinnahmen und -quellen unter seinen US-Ölkonzernen.

Quelle: DER SPIEGEL – Venezuela meldet rund 100 Tote bei US-Angriff

  • Trump blockiert jetzt die Öleinfuhren Kubas aus Venezuela und Mexiko wonach dort sofort der nationale Notstand ausgerufen werden musste. Die humanitäre und wirtschaftliche Not ist groß, die Menschen kämpfen um das blanke Überleben.

Quelle: taz – Desolate Lage in Kuba

  • Trotz der bereits gefundenen Einigung innerhalb der EU und eines Beschlusses des Europaparlaments blockiert nun Ungarn ein milliardenschweres EU-Darlehen für die Ukraine. „Solange die Ukraine die Druschba-Pipeline blockiert, wird Ungarn das Kriegsdarlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro blockieren“, erklärte Ministerpräsident Viktor Orban.

Quelle: tagesschau.de – Ungarn droht mit Blockade von Ukraine-Hilfen

  • Im Streit um die gestoppten Öllieferungen aus der russischen Druschba-Pipeline hat nun der Russland nahestehende slowakische Präsident Fico der Ukraine sogar gedroht, die Stromlieferungen in die Ukraine einzustellen, mitten in der Energienotlage!

Quelle: tagesschau.de – Streit um Druschba-Pipeline: Slowakei droht Ukraine

  • Die EU gibt mehr Geld für russisches Öl und Gas aus als für Ukraine-Hilfen. Den Schätzungen des Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA) zufolge kauften Länder der EU im dritten Jahr nach dem russischen Angriff auf die Ukraine (Februar 2024 bis Februar 2025) russisches Öl und Gas im Wert von 21,9 Milliarden Euro. Die Einfuhren aus Russland entfielen auf Gas in Pipelines (9,6 Milliarden Euro), Flüssiggas (7 Milliarden Euro) und Rohöl über Pipelines (4 Milliarden Euro).

Quelle: Business Insider – EU gibt mehr Geld für russisches Öl und Gas aus als für Ukraine-Hilfen

  • Insgesamt nahm Russland durch Öl- und Gasverkäufe 2025 Einnahmen in Höhe von umgerechnet knapp 93 Milliarden Euro ein. Das ist zwar der niedrigste Stand seit 2020 und ein Rückgang um 24 % im Vergleich zum Vorjahr, aber dennoch weiterhin die Hauptfinanzierung des Krieges gegen die Ukraine.

Quelle: Die Presse – Russische Einnahmen durch Öl und Gas fallen auf Fünf-Jahres-Tief

  • Frankreich lässt sich seit Herbst 2025 seine Brennstäbe wieder in Russland anreichern. 20 Atomkraftwerke in der EU beziehen weiter Brennelemente aus Russland und finanzieren so weiter den Krieg Russland gegen die Ukraine. EU-Sanktionen im atomaren Sektor gibt es auch im vierten Jahr des Krieges gegen die Ukraine nicht.

Quelle: Watson – Frankreich: Macron nimmt Atomgeschäfte mit Putin wieder auf

  • Russland benutzt die zentrale Energieversorgung der Ukraine aus Atom-, Erdgas-, Kohlekraftwerken und Erdölinfrastruktur als Angriffsziele und zerstört sie systematisch gerade jetzt im kalten Winter, um die Ukraine zu erobern. Präsident Selenskyj auf der Münchner Sicherheitskonferenz: „Es gibt in der Ukraine kein einziges Kraftwerk mehr, das nicht durch russische Angriffe beschädigt wurde – kein einziges“

Quelle: reporteri.net – Selenskyj: Kein Kraftwerk in der Ukraine unbeschädigt

Die Liste der atomaren und fossilen Energieversorgung als Kriegsursache, Kriegsfinanzierung, Kriegswaffe und Kriegsmittel wird fast täglich länger. Was kommt als nächstes?

Seeblockade Chinas um Taiwan?

Taiwan deckt über 95 % seines gesamten Energiebedarfs durch Importe, wobei fossile Energieträger das Rückgrat der Stromversorgung bilden. Über 80 % der Elektrizität werden durch die Verbrennung von Kohle und Erdgas erzeugt. Da das Land über nahezu keine eigenen fossilen Ressourcen verfügt, ist es in hohem Maße auf maritime Lieferketten aus dem Ausland angewiesen, was die Versorgungssicherheit zu einem kritischen geopolitischen Sicherheitsfaktor macht. Zwar hat Taiwan mit dem Abschalten aller Atomreaktoren die ausländische Abhängigkeit von Uranlieferungen beendet, aber die fossile Abhängigkeit macht die Insel verwundbar, so wie heute die Insel Kuba.

Quelle: Radio Taiwan International – Energieabhängigkeit Taiwans

China zeigt in der Taiwanstrasse öfter militärische Manöver und übt insbesondere Seeblockaden. Die Lage ist hochbrisant, da China Taiwan als eigenes Territorium betrachtet.

Seit 2003 war ich in Taiwan öfter geladen und sprach mit Präsidenten und Ministern darüber, den Ausbau der Erneuerbaren Energien als heimische Ressource schnell auszubauen und zu nutzen, um sich auch sicherheitspolitisch resilienter zu machen.

Doch bis heute ist Taiwan nicht erfolgreich. Nur 3 % des Energiebedarfs wird heute mit Erneuerbaren Energien gedeckt – die Abhängigkeit von fossilen Importen ist die größte Sicherheitsgefahr Taiwans.

Jimmy Carter: Frieden schaffen mit verstreuten, dezentralen Erneuerbaren Energien

Schon in den 70er Jahren, nach dem Yom-Kippur Krieg zwischen Israel und Palästina, kappte die OPEC der westlichen Welt die Erdölversorgung und nutzte so Erdöl als Waffe. Seitdem ist mir klar, dass Erneuerbare Energien die Friedensenergien sind und in den Mittelpunkt von Sicherheits- und geopolitischer Politik stehen müssen.

Der damalige Präsident der USA Jimmy Carter erkannte die zunehmende Abhängigkeit von fossilen und atomaren Rohstoffimporten als Kriegsursache. Er stellte mit einer wissenschaftlichen Studie das Ziel heraus: Frieden für die USA zu schaffen mit verstreuten, dezentralen Erneuerbaren Energien.

In seiner Amtszeit weihte er eine Solaranlage auf dem Weißen Haus ein mit den Worten: „Wir nutzen die Energie der Sonne, um unsere Leben zu bereichern, während

wir uns von unserer Abhängigkeit von importiertem Öl befreien.“

Quelle: Deutsches Historisches Museum – Jimmy Carter und Solarenergie

Sein Nachfolger, der Republikaner Ronald Reagan, der genauso wie Trump seinen Wahlkampf von der Erdölwirtschaft finanziert bekam, baute die Solaranlage wieder ab und mit ihr alle Förderungen für Erneuerbare Energien. Er legte damit die Saat für viele Erdölkriege in der Welt.

Die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) hat bis heute die friedenstiftende Wirkung der Erneuerbaren Energien nicht erkannt

Doch diese visionären Blicke des US-Präsidenten Jimmy Carter sind längst in Vergessenheit geraten, obwohl die Weltgemeinschaft immer schlimmer in den Kriegen und geopolitischen Verwerfungen durch Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran untergeht.

Je mehr die Kriege um fossile Rohstoffe und deren Nutzung als Kriegsfinanzierung und Kriegswaffe zunehmen, umso weniger scheint mir, wird die Friedenswirkung der Erneuerbaren Energien erkannt.

Dabei sollte doch allen sonnenklar sein: Um Sonnenstrahlen und Wind kann man keine Kriege führen. Sie können auch nicht die Kassen von Kriegsherren füllen. Der Spruch Jimmy Carters: „Niemand kann das Sonnenlicht unter Embargo setzen“ beleuchtet doch überdeutlich, dass man Solar- und Windenergie nicht als politische Waffe benutzen kann und so geopolitische Spannungen abbauen kann.

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz aber spielen solche Strategien keine oder nur eine untergeordnete Rolle.

Zwar machte der EU-Energiekommissar Dan Jørgensen in der Diskussion mit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche deutlich, dass Energiesicherheit untrennbar mit allgemeiner Sicherheit verbunden sei und Europa konsequent auf Elektrifizierung und erneuerbare Energien setzen müsse. Dagegen setzt Frau Reiche mit ihrem aktuellen Netzpaket klar auf das Drosseln des Ausbaus der Erneuerbaren Energien und wird so die Konflikte und Kriege um fossile und atomare Ressourcen weiter verschärfen.

Quelle: Hans-Josef Fell – Netzpaket von Ministerin Reiche ist Frontalangriff gegen EEG-Ausbau

Podium für dezentrale Energiesicherheit mit Erneuerbaren Energien für die Ukraine auf der MSC war nicht präsent

Die Not der Ukraine in diesem Winter – wo mehrfach der Energienotstand ausgerufen wurde – und – laut Präsident Selenskyj – alle Kraftwerke beschädigt sind – sollte doch klar die Augen öffnen, dass es zur Überlebensstrategie der Ukraine gehören muss, die Energieversorgung schnell auf erneuerbare-dezentrale Energien umzustellen.

Doch dies wurde auf der MSC nicht besprochen.

Offensichtlich hat die Führung der MSC diese Lösungsansätze nicht vor Augen. Stattdessen werden weiter nur Lösungen für die Ukraine gesucht, die innerhalb des fossilen Systems liegen. So soll nun die USA LNG und Erdöl in die Ukraine liefern.

Dass Russland es mit dieser Strategie dann im nächsten Winter wieder leicht haben wird, die Erdöl- und Erdgasinfrastruktur zu zerschießen und die Ukrainer wieder im Dunkeln und Kalten sitzen müssen, kommt wohl nur wenigen auf der MSC in den Sinn. Es wird Zeit, dass die MSC endlich Fachleute einladen, die sich mit resilienten Insellösungen auf Basis Erneuerbarer Energien auskennen.

Lesen Sie hier den Inhalt eines Vorschlages für die MSC aus meinem Umfeld der auf der MSC leider nicht besprochen wurde.

Zentrale fossile und atomare Versorgungsstrukturen für Strom und Wärme sind das größte Sicherheitsrisiko für die Ukraine und damit auch für Deutschland und die EU

Dezentrale Erneuerbare heimische Energien sind der entscheidender Lösungsansatz für die Energieresilienz der Ukraine

Russland zerbombt seit vielen Monaten Großkraftwerke, Umspannwerke, Raffinerien, Pipelines und andere zentrale Energieinfrastrukturen. Diese Kriegstaktik vermindert die Verteidigungsmöglichkeit der Ukraine stark.

Der alles entscheidende Lösungsansatz ist eine dezentrale flächendeckende Vollversorgung mit heimischen Erneuerbaren Energien: Solar, Wind, Bioenergie (Pflanzenöle, Biogas, Holz), Wasserkraft, Geothermie, Meeresenergien, in Verbindung mit Speichern, wie Batterien sind prinzipiell in der Lage, die Ukraine vollständig und resilient mit Strom und Wärme zu versorgen

Militärische Resilienz benötigt eine Unabhängigkeit in der Energieversorgung. Ein schneller Aufbau einer dezentralen 100% Erneuerbaren Energieversorgung auf Basis heimischer Ressourcen ist erforderlich, um sich weiter gegen den Aggressor Russland behaupten zu können. Wer Strom, Wärme und Treibstoffe für das Militär, die Bevölkerung und Unternehmen aus heimischen Ressourcen dezentral erzeugen und nutzen kann, hat auch dann Energie, wenn die zentrale Infrastruktur zerstört ist.

Eine heimische 100 % Nutzung von Erneuerbaren Energien beendet zudem das Geschäft mit fossilen Rohstoffen und atomaren Technologien und nimmt damit die Hauptfinanzquelle von Kriegsführenden Nationen, wie Russland und Terrororganisationen in der Welt. Eine dezentrale Versorgung mit 100 % Erneuerbaren Energien ist auch in anderen Ländern wesentlich resilienter gegenüber Kriegserscheinungen oder Terrorangriffen als eine zentrale fossile und atomare Infrastruktur.

Für die Ukraine bedeutet dies:

Die starken Säulen einer dezentralen Energieversorgung sind Solarenergie, Windenergie, in Verbindungen mit Batterien, kleinen Wasserkraftanlagen, Geothermie und insbesondere in kalten dunklen Winterzeiten die ergänzende heimische Speichertechnologie Bioenergie wie Pflanzenöle, Biogas, Holz.

Genau diese heimische dezentrale Energieversorgung schafft wesentlich mehr Resilienz und damit Widerstandkraft und Überlebensfähigkeit gegen Krieg und Terror. Sie schafft gleichzeitig einen Schutz vor weiterer Aufheizung der Erde, die ansonsten mit ihren katastrophalen Folgen von Dürren, Hungersnöten, Hitzewellen, Extremwetter, die Sicherheit der Menschen zunehmend untergräbt.