Liebe Leserinnen und Leser,

Silvesterkonzert von Ruslana in der Ukraine war Startschuss für neue gemeinsame Projekte in 2019

Gemeinsam mit der ukrainischen Sängerin und Aktivistin Ruslana rief ich im Rahmen einer imposanten Konzertshow am Silvesterabend das Jahr der Erneuerbaren Energien in der ukrainischen Stadt Izmail aus. Die Show war der Startschuss für viele Projekte, die wir gemeinsam für das Jahr 2019 geplant haben, um den Ausbau Erneuerbarer Energien weltweit und auch in der Ukraine zu beschleunigen.

Um symbolisch das neue Jahr, und damit eine neue Zeit zu beginnen, wurde um Mitternacht der Strom für das komplette Konzert von der „alten“ Energie aus dem zentralen städtischen Energienetz vor den Augen des verblüfften Publikums abgetrennt. Sofort und bis zum Ende wurde der Strom für das Konzert komplett aus Batterien bereitgestellt, die tagsüber mithilfe von Solarmodulen geladen wurden. Izmail liegt in Bessarabia, der sonnigsten Region der Ukraine.

Ich betonte vor dem Konzertpublikum die enorme Bedeutung des Übergangs zu 100% Erneuerbarer Energie für eine völlige Energieunabhängigkeit für die Ukraine und damit auch für den Frieden in der Region.

 

Am Rande der Neujahrsfeierlichkeiten habe ich mit Ruslana eine Strategie abgesprochen, wie wir im laufenden Prozess der Gesetzesnovelle für das Gesetz für Erneuerbare Energien in der Ukraine noch verbessernden Einfluss nehmen können. Die im Dezember in das Parlament in erster Lesung eingebrachte Gesetzesnovelle hat erhebliche Schwächen, die noch korrigiert werden müssten, damit es wirklich einen steilen Ausbau der Erneuerbaren Energien in der Ukraine geben kann. So sieht der Gesetzesentwurf vor, ab 2023 nur noch Ausschreibungen für Investitionen über 3 MW Windkraft und 1 MW Solarkraft vorzusehen. Zusätzlich sollen unterhalb dieser Grenze die grünen Einspeisevergütungen erhebliche Einschnitte erfahren, insbesondere durch eine drastische Verkürzung der Vergütungsdauer.

Ruslana ist in der Ukraine politisch sehr einflussreich, weshalb wir hoffen, noch erheblichen positiven Einfluss nehmen zu können. Der Entwurf des ukrainischen Gesetzes zum Wechsel von guten und erfolgreichen Einspeisetarifen hin zum bremsenden Ausschreibungsmodell lässt den verheerenden Einfluss der deutschen Bundesregierung und der EU-Kommission erkennen, die diesen Wechsel nicht nur in der EU mit sehr negativen Folgen für die Erneuerbaren Energien propagieren.

 

Hammelburg, 7. Januar 2019

Ihr Hans-Josef Fell