Liebe Leserinnen und Leser,

Jahrestagung 2021 der Bayerischen und Österreichischen Solarinitiativen mit riesiger Resonanz

Die 28. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer und Österreichischer Solarinitiativen (ABSI) am 15. und 16. Januar war ein voller Erfolg, auch wenn sie ausschließlich online stattfinden musste.

Weit über 500 Teilnehmer*innen aus Deutschland, Österreich, Tschechien und der Schweiz hörten sich Vorträge an, diskutierten mit den Referent*innen und untereinander, schauten sich Ausstellungsräume von Firmen an und holten sich Rat für eigene Solarprojekte, sowie Ideen für lokale Solarkampagnen.

Diskussionsrunden auf höchstem politischen Niveau zur Politik der erneuerbaren Energien fanden viele Zuhörer*innen und der Austausch unter den Politiker*innen brachte neue Erkenntnisse für die jede*n einzelne*n.

Es debattierten unter anderen der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber, die Bundestagsabgeordneten Anja Weisgerber, klimapolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Lisa Badum, Sprecherin für Klimapolitik in der grünen Bundestagsfraktion, die Ex-MdBs Josef Göppel, CSU und Hans-Josef Fell, Grüne, Thorsten Müller von der Stiftung Umweltenergierecht Würzburg mit den Vorsitzenden der Stadtwerke von Schweinfurt, Thomas Kästner und Haßfurt, Norbert Zösch.

Es wurden wichtige politische Themen diskutiert, wie die drohende Deckungslücke von 40 % der bayerischen Stromversorgung nach dem Abschalten der letzten Atomkraftwerke 2022, aufgrund des fehlenden Ausbaus der Erneuerbaren Energien. Gefordert wurde die Abschaffung der 10H-Regelung bei der Windkraft und ein wesentlich stärkerer Ausbau für Windkraft, Solarenergie, Bioenergie, Wasserkraft und Geothermie in Verbindung mit Speichern, Gebäudetechnik und E-Mobilität. Die Unzulänglichkeit der aktuellen EEG-Novelle Stand im Mittelpunkt der Diskussionen und deshalb die Forderung nach großen neuen Gesetzeswürfen, statt dem Herumdoktern an verfehlten unzulänglichen Elementen. Der Ausbau der Bürgerenergien stand ebenfalls im Zentrum und damit auch die Forderung nach einer Befreiung von der Ausschreibungspflicht für Projekte bis 50 MW Größe.

Wichtige Verbandspositionen trugen Jörg Ebel, Präsident des Bundesverbandes Solarwirtschaft und Franz Lichtner, Vorsitzender des Solarverbandes Bayern vor.

Ursprünglich war die Tagung unter dem Motto: „Mainfranken energieautark – gemeinsam funktioniert’s“ in den Räumen der FH Schweinfurt geplant, weshalb neben der 2. Bürgermeisterin der Stadt Schweinfurt, Sorya Lippert und Landrat Florian Töpper des Landkreises Schweinfurt auch der Präsident der FH Würzburg- Schweinfurt Prof. Dr. Robert Grebner und der Dekan Prof. Dr. Johannes Paulus sowie Prof. Dr. Ansgar Ackva auf der Veranstaltung mit Grußworten und Vorträgen dabei waren.

Fachvorträge fanden zu den verschiedensten Themenbereichen statt, wie die Unternehmensstrategie zu mehr Erneuerbare Energien und Zukunft der E-Mobilität Prof. Dr.-Ing. Martin Doppelbauer, KIT, auch mit grünem Wasserstoff der großen Schweinfurter Industrie, wie die Firmen, ZF, Schaeffler oder Senertec.

Aktuelle Themen, wie bidirektionale Ladestationen, neuartige Batterietechnologien, autarke Vollversorgung für Häuser mit 100% Erneuerbaren Energien, gebäudeintegrierte Solartechnik und einiges andere fanden viel Zuspruch.

Nachdem die Corona Pandemie keine reale Veranstaltung in den Räumen der FH Schweinfurt zuließ, entschieden der Sprecherrat der ABSI zusammen mit der ausführenden lokalen Agenda Gruppe, bereits im Herbst eine digitale Konferenz zu organisieren. Perfekt in Vorbereitung und Durchführung hatte das Team um Manfred Röder und Lothar Pfeuffer phänomenales geleistet. Viele Teilnehmer*innen waren positiv überrascht, wie vielfältig die Interaktionen auf einer digitalen Konferenz sein können. Die Zuhörer*innen gaben vielfaches positives Feedback.

Die ganze Tagung mitsamt den Vorträgen ist weiterhin verfügbar und zum Nacherleben sehr zu empfehlen.

Freitag
Download hier
Online ansehen hier

Samstag
Download hier
Online ansehen

Insgesamt war auf der Tagung immer wieder eine große Aufbruchsstimmung zu vernehmen. Vielfach wurde geäußert: „Trotz der hohen politischen Bremsen suchen und organisieren wir den Weg von unten zur Umstellung der Energieversorgung auf 100% Erneuerbaren Energien bis 2030.“

Die über 100 bayerischen Solarinitiativen wissen, wie das geht und können stolz auf große Erfolge zurückgreifen. So haben ihre dezentralen Aktivitäten seit 1990 zur Aufklärung der bayerischen Bevölkerung dazu geführt, dass Bayern um 2010 herum die höchste Solardichte der Welt hatte, mit einer damals installierten Solarleistung, die höher war als in den USA und Japan zusammengenommen.

Hammelburg, 18. Januar 2021

Ihr Hans-Josef Fell