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Erneuerbare Energien werden zügig die konventionelle Energiewirtschaft ablösen, so der Tenor auf der Podiumsdiskussion auf dem diesjährigen Weltkongress OSA (Optics & Photonics), organisiert von der Nationalen Universität von Australien (ANU) in Canberra. Da die Kosten der Erneuerbaren Energien immer stärker gesunken und heute in vielen Bereichen kostengünstiger als konventionelle Energieinvestitionen sind, werden konventionelle Energieversorger ökonomisch immer mehr unter Druck geraten.
Auch der Nobelpreisträger und frühere Energieminister von Präsident Obama, Prof. Dr. Steven Chu, betonte auf dem Podium, dass der Energiemarkt kein freier, fairer Markt sei, weil die externen Schadenskosten der fossilen und atomaren Energien immer noch nicht auf die Energiepreise umgelegt sind und forderte entsprechende politische Maßnahmen.

Als für viele erkennbares Beispiel für die kommenden weltweiten Umbrüche in der Energiewirtschaft wurde die neue Energiestrategie von E.ON genannt. E.ON hatte vor kurzem angekündigt, die unrentablen Geschäftsbereiche der konventionellen Energiezweige auszulagern und die Unternehmensstrategie auf Erneuerbare Energien, Dienstleistungen und Distribution zu konzentrieren.
Auch in meinen Gesprächen mit den grünen australischen Parlamentsabgeordneten Chistine Milne und Adam Band herrschte Übereinstimmung, dass der politisch organisiert massive Druck der aktuellen Regierungen sowohl in Australien, als auch in Deutschland den Ausbau der Erneuerbaren Energien in beiden Ländern nicht zum Erliegen bringen wird, weil die ökonomischen Vorteile und die hohe Akzeptanz in der jeweiligen Bevölkerung dem entgegen stehen.

Hier geht’s zum Konferenzprogramm von OSA.

Canberra/Australien, den 4. Dezember 2014

Ihr Hans-Josef Fell

 

Steven Chu, Nobelpreisträger sowie Obamas erster Energieminister und Hans-Josef Fell diskutieren auf dem Podium der OSA Konferenz in Canberra, Australien