Der New-START-Vertrag läuft heute aus! Das Atomwaffenwettrüsten beginnt neu!
Würde nur ein Teil der existierenden und einsatzfähigen 13.400 Atomwaffen auf der Erde gezündet, würde das gesamte Leben auf dem Planeten Erde zerstört.
Quelle: Deutschlandfunk – Atomwaffen: Warum es immer noch 13.400 Atombomben gibt
Der letzte Newsletter des weltweiten Parlamentarischen Netzwerks für Nukleare Abrüstung und Nichtverbreitung (PNND) beschreibt die bedrückende aktuelle Entwicklung:
Quelle: PNND – Parliamentary Network for Nuclear Non-Proliferation and Disarmament
US-Präsident Trump will den letzten atomaren Abrüstungsvertrag auslaufen lassen
Der New-START-Vertrag, das letzte verbliebene Abkommen zur Begrenzung russischer und US-amerikanischer Atomwaffen, läuft am 4. Februar 2026 aus. Es gibt keine Verhandlungen über eine Verlängerung. US-Präsident Donald Trump sagte kürzlich in einem Interview abfällig: „Wenn er ausläuft, läuft er aus.“
Die Bedeutung des New-START-Vertrags kann kaum überschätzt werden. Nachdem in den letzten Jahren andere Atomwaffenverträge aufgekündigt wurden, war dies das einzige Abkommen zwischen Russland und den USA mit Mechanismen zur Benachrichtigung, Inspektion und Verifikation sowie zur Einhaltung des Vertrags. Zusammen besitzen sie 87 % der weltweiten Atomwaffen.
Das Auslaufen des Vertrags bedeutet ein endgültiges und alarmierendes Ende der nuklearen Zurückhaltung zwischen den beiden Mächten. Es könnte das globale nukleare Wettrüsten sogar noch beschleunigen.
Im vergangenen Jahr brachte Senator Markey, Co-Präsident der Parlamentarier für nukleare Nichtverbreitung und Abrüstung, einen Gesetzesentwurf ein, der die US-Regierung auffordert, neue Abkommen nach dem START-Vertrag mit Russland und China auszuhandeln. Der Entwurf wird von mehreren anderen Senatoren sowie einem entsprechenden Gesetzentwurf im Repräsentantenhaus unterstützt. Doch die Trump-Administration scheint darauf kein Gehör gefunden zu haben.
Russlands Präsident Putin hatte eine Verlängerung um ein Jahr signalisiert, obwohl er das Abkommen 2023 einseitig aussetzte
Der russische Präsident Wladimir Putin hat ein Interesse daran, das Verhältnis zu den USA zu normalisieren. Er hofft auf die Wiederaufnahme des zivilen Flugverkehrs zwischen Russland und den USA, auf Handel und vieles mehr. Dafür stellte er bereits eine Wiederauflage der atomaren Rüstungskontrolle in Aussicht – zumindest wolle Russland den Status quo für ein weiteres Jahr einhalten.
Das New-START-Abkommen hatte nach dem Ende des Kalten Krieges viele Vorgänger. Ziel war stets die atomare Abrüstung. New START sieht vor, dass jedes Land höchstens 1.550 Atomsprengköpfe besitzen darf. Zudem dürfen beide Seiten maximal 700 stationierte Trägersysteme wie land- und U-Boot-gestützte Raketen sowie Bomber besitzen. Die Obergrenze für Abschussvorrichtungen liegt bei 800. Ein Kernstück des Vertrags waren kurzfristig angekündigte Vor-Ort-Inspektionen, mit denen beide Seiten die Einhaltung der Regeln überprüfen konnten. Diese Kontrollen kamen bereits während der Coronapandemie zum Erliegen. 2023 setzte Russland das Abkommen aus. Es steht jetzt vor seinem offiziellen Auslaufen.
Quelle: Deutschlandfunk – New START: Der letzte Atomwaffenvertrag zwischen Russland und den USA
Inzwischen gibt es Forderungen in der EU, einen eigenen atomaren Abwehrschirm aufzubauen
Der französische Präsident hatte schon 2020 eine stärkere europäische Zusammenarbeit bei der nuklearen Abschreckung vorgeschlagen. Nun hat die Krise im Verhältnis zwischen den USA und Europa die Diskussion über eine eigene europäische nukleare Abschreckung neu entfacht. EVP-Chef Manfred Weber (CSU) rief die Staats- und Regierungschefs der EU am Wochenende bei einem Treffen konservativer Spitzenpolitiker in Zagreb auf, die Idee durch Gespräche voranzutreiben. Auch der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, plädiert für eine stärkere Nutzung der Atomwaffen Frankreichs und Großbritanniens zur Abschreckung vor allem Russlands – aber als Teil des bestehenden NATO-Schutzschirms.
„Wenn so etwas stattfinden würde, wäre das an die Russen, an die Amerikaner, an die Chinesen ein Zeichen europäischer Selbstbehauptung“, sagt der frühere Top-Diplomat Ischinger der Deutschen Presse-Agentur. Er sieht dabei eine besondere deutsche Rolle. Die Umsetzung solcher Pläne wäre aber langwierig und nicht ohne Risiko.
Quelle: 1&1 Magazin – Dringlich: Europäischer Atomschirm
Die Gefahren der atomaren Selbstzerstörung der Menschheit werden immer schneller immer bedrohlicher
Es mag ja in der Logik manchen Denkens sein, dass man auf die atomare Bedrohung aus Russland nur mit atomaren Schutzschilden und sogar einer eigenen europäischen atomaren Aufrüstung reagieren müsse. Klar ist aber, dass damit die Welt unsicherer wird. Je mehr Atomwaffen angehäuft werden, desto größer ist das Risiko auch unkontrollierter Anwendungen, sei es wegen echter Bedrohungen oder vermeintlicher Angriffe.
Die erfolgreichen letzten Jahrzehnte mit atomaren Rüstungskontrollverhandlungen haben zwar die Atomwaffen nicht abgeschafft, aber dennoch die ursprüngliche Rüstungsspirale aufgehalten. Genau das wird nun mit dem Ende des New-START-Vertrags zu Ende sein. Ein neues, höchstgefährliches atomares Wettrüsten ist zu befürchten. Angestoßen durch die ignorante und irrationale Politik des US-Präsidenten Trump, verstärkt durch den unmenschlichen Krieg Putins gegen die Ukraine und durch EU-Politiker, die nun auch atomar aufrüsten wollen.
Am Ende wird nicht mehr Sicherheit für Europa stehen, sondern die atomare Auslöschung der Menschheit.
Es braucht wieder massenhafte Proteste und intelligente Aktionen der Menschen gegen die atomare Aufrüstung, wie sie vor Jahren zur Rüstungskontrolle führten. Denn offensichtlich sind Präsidenten der USA, Russlands und der EU nicht in der Lage, die wahnsinnige atomare Aufrüstung zu stoppen.
