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Nachruf: Klaus Traube (geb. 25.02.1928, gest. 04.09.2016)

Klaus Traube ist am 04. September in Oberursel im Alter von 88 Jahren verstorben. Die Beerdigung findet am Montag, den 19. September 2016, um 11 Uhr auf dem Waldfriedhof in Frankfurt a.M. statt.

Klaus Traube war einer der ersten prominenten Atom-Aussteiger. Während seiner Karriere wandelte er sich vom Manager für die Atomenergie zu einem ihrer schärfsten Kritiker. Mit seinem Buch „Nach dem Super-Gau“ hat er im Mai 1986 vielen Menschen die Augen geöffnet, was der Supergau von Tschernobyl wirklich bedeutet, während die offiziellen Stellen der Bundesregierung häufig nur Desinformationen verbreiteten. Damit hat er wesentlich zur Stärkung der Antiatombewegung beigetragen.

1928 in Hannover als Sohn eines jüdischen Zahnarztes geboren, studierte Traube in Braunschweig Maschinenbau und promovierte in München über Thermodynamik. 1959 begann er, für die Atomindustrie zu arbeiten.

Aufgrund falscher Verdächtigungen ist er 1976 entlassen worden, man hatte ihm Verbindungen zu RAF-Terroristen vorgeworfen. Nach seinem Freispruch arbeitete er als Professor in Bremen und wurde Berater von Umweltorganisationen.

2001 war er Mitgründer des Bundesverbands für Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) und war bis 2011 energiepolitischer Sprecher und Vizepräsident des B.KWK. Dank seines Wirkens wurde die Vergütung für KWK-Strom im Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) verankert.

Klaus Traube leitete von 1997 bis 2004 des Bundesarbeitskreis Energie im wissenschaftlichen Beirat des BUND. Hier widmete er sich unter anderem dem Atom- und Braunkohleausstieg, Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz.

2009 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse für seine Verdienste an der ökologischen Energiepolitik verliehen.

Mit dem Tod von Klaus Traube verliert Deutschland einen verdienstvollen Kämpfer für den Atomausstieg.

 

Berlin, den 12. September 2016

Ihr Hans-Josef Fell