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Allianz, einer der größten Investoren Deutschlands, treibt Kohleausstieg voran, wenn es schon die Bundesregierung nicht tut

Wirtschaftsminister Peter Altmaier hält immer noch an der Kohle fest. Er meint, dass es Kohle in Deutschland noch „über viele Jahre“ geben werde, dabei beginnen immer mehr Finanzunternehmen zu begreifen, was der Minister nicht wahrhaben will. Nur das schnelle Abstoßen der Beteiligungen an fossilen und atomaren Unternehmen kann eine Chance bieten, im eigenen Unternehmen die kommende Finanzkrise zu überstehen.  

So berichtet die Frankfurter Rundschau von einem Symposium in St. Gallen.

Dort hat der US-amerikanische Ökonom Jeremy Rifkin Investments in die Alten Energien als „die größte Blase in der Geschichte der Welt“ bezeichnet. Auch der Chef der britischen Notenbank, Mark Carney, hatte Anfang April vor der „Kohlenstoff-Blase“ gewarnt. Der Klimawandel könne „katastrophale Auswirkungen“ auf das globale Finanzsystem haben. Gleichzeitig vertrat er die Auffassung, dass die Masse der Banken diese Gefahr komplett übersehen.

Lichtblick in Deutschland ist der Versicherungsgigant Allianz. Er steigt aus der Kohle aus. 

Allianz wird ab sofort keine Minen und Kohlekraftwerke mehr versichern, um so aktiv zu den Klimazielen des Pariser Klimaabkommens beitragen zu können. Schon seit 2015 investiert Allianz nicht mehr in Unternehmen deren Umsatz zu mehr als 30% mit Kohlestrom oder dem Abbau von Kohle erwirtschaftet wird. Dieser Prozentsatz soll sich bis 2040 auf 0% senken und Allianz selbst strebt an bis dahin klimaneutral zu wirtschaften.

Allianz schließt sich damit den Versicherungskonzernen Zürich und Axa an, beide haben den Entschluss aus der Kohlefinanzierung auszutreten und zu divestieren schon getroffen.

Der Divestment Trend nimmt schon seit längerem an Fahrt auf. Das Ziel dahinter ist unethische und nicht nachhaltige Aktien abzustoßen und damit die von fossilen Energien profitierenden Konzerne und deren politischen Einfluss zu schwächen. Laut Fossil Free Deutschland haben sich weltweit um die 884 Konzerne, Universitäten und Stadträte dazu verpflichtet über 6 Billionen Dollar aus dem Öl-, Kohle- und Gassektor zu ziehen. 

Dazu gehören zum Beispiel der Rockefeller Brothers Fund, Norwegian Sovereign Wealth Fund und eine ansteigende Zahl von Universitäten aus Großbritannien und USA. In Deutschland haben sich bis jetzt hauptsächlich Städte dem Divestment verpflichtet sowie verschiedene Pensionsfonds und glaubensbasierte Organisationen. Unter anderem gehören dieser Liste Stuttgart, Berlin, Bremen, Leipzig, Freiburg, Göttingen und Osnabrück an.

Es ist offensichtlich, dass immer größere Teile der Finanzwirtschaft begreifen, dass das Überleben der Menschheit auf dem Planeten Erde geschützt werden muss. Diese Entwicklung kann den Kohleausstieg schnell ermöglichen. Sie wird damit die unverantwortliche Kohleschutzpolitik von Union, SPD, FDP und Linken ins Leere laufen lassen.

 

Hammelburg, den 8. Mai 2018

Ihr Hans-Josef Fell


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