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Atomwirtschaft ruiniert die Slowakei - finanziell und ökologisch  

Die Slowakei hat nach Frankreich den höchsten Atomstromanteil. Meldungen zu den slowakischen Atomdesastern dringen nur schwer in die nationale wie internationale Öffentlichkeit. 

Nun hat Le Monde in einem Bericht einmal näher hingeschaut und mit Hilfe der Ingenieurin Luba Kupke-Siposova, die seit vielen Jahren versucht, Licht in das Dunkel der Atomslowakei zu bringen, unglaubliches ans Tageslicht befördert. Dieser Bericht ist ein erneutes Dokument darüber, dass die Atomwirtschaft sowohl mit Neubauten, wie auch mit Atomunfällen in der Vergangenheit nur finanzielle und ökologische Ruinen erzeugt und ganze Staaten sogar in den wirtschaftlichen Ruin treibt. Die Slowakei sollte als mahnendes Beispiel für alle gelten, die immer noch einer Renaissance der Atomwirtschaft sehen.

In der Weltöffentlichkeit sind im Wesentlichen nur die großen Atomunfälle in Sellafield, Harrisburg, Tchernobyl und Fukushima im Lichte der Öffentlichkeit.

Dass es am 22. Februar 1977 im heute slowakischen Atomreaktor Bohunice A1 eine Teilkernschmelze gab, ist bisher von der Atomwirtschaft völlig vertuscht worden. Selbst die Atomaufsicht der EU hat dies nicht an die Öffentlichkeit gebracht. Dabei kämpft die Slowakei heute noch mit den finanziellen und ökologischen Altlasten. Es ist wie immer: Es fehlt das Geld, um die weiterhin hochbedrohlichen Gefahren des alten Unfalls zu beseitigen. 

Gelernt hat die Staatsführung der Slowakei nichts aus diesem Desaster, sondern versucht munter weiter zu bauen an den beiden "Neu"bauprojekten, die seit 1987 im Bau sind. Dabei sind die Atomprojekte Mochovce III und IV fünf Jahre hinter dem letzten Zeitplan und 2 Milliarden Euro über dem Budget. Es ist zu befürchten, dass Mochovche noch jahrzehntelang als finanzielles Milliardengrab wirken wird - entweder bis die Slowakei völlig pleite ist oder die slowakische Führung genauso wie die sie unterstützende Atom-EU endlich erkennen, dass man mit Sonne und Wind viel billiger Strom bekommt und die Atomneubauruinen sowie die gefährlichen Reaktoren in Betrieb endlich alle stoppen und abschalten. 

 

 

Berlin, den 16. August 2017

Ihr Hans-Josef Fell

 


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