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Deutsch-französisches Energieforum Straßburg

Die Wahl des neuen französischen Präsidenten Macron, seine neue absolute Parlamentsmehrheit und vor allem die Ernennung des Umweltminister Hulot schaffen Hoffnung auf eine Veränderung der alten, atomverkrusteten Energiepolitik Frankreichs - so der Tenor auf dem zweitägigen deutsch-französischen Energieforum in Straßburg letzte Woche, organisiert von der deutschen Energieagentur DENA und der französischen Forschungseinrichtung ADEME.

So hatte Macron im Wahlkampf versprochen, 15 Milliarden Euro in den nächsten fünf Jahren in den umweltfreundlichen Umbau der Wirtschaft und in Erneuerbare Energien zu stecken.

Es gibt für Deutschland und Frankreich viele Gründe, ja sogar gemeinsame Notwendigkeiten und Chancen, eine gemeinsame Energie- und Klimaschutzpolitik auf den Weg zu bringen.  

Deutsche und französische Energiepolitik unterscheiden sich im Wesentlichen in der Atompolitik. Deutschland steigt aus, aber Frankreich schafft es nicht einmal, das uralte unsichere Atomkraftwerk Fessenheim stillzulegen. Deutschland dagegen hält krampfhaft an der Kohle fest. Atomkraft dort und Kohle hier führen aber dazu, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien dies und jenseits des Rheins behindert wird.  

Doch der Klimaschutz verbindet beide Nationen. Immerhin hat Frankreich erheblichen Anteil, dass das Pariser Klimaschutzabkommen überhaupt Realität wurde und Deutschland gibt sich offiziell als Klimaschutzvorreiter. Doch in den letzten Jahren tut sich viel zu wenig, um die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen, in Deutschland wie auch in Frankreich.

Der politische Wille zum Klimaschutz verbunden mit dem Versagen, ihn zu verwirklichen, sollten näher untersucht werden. Daraus können sich erhebliche Gemeinsamkeiten für die Energiepolitik diesseits und jenseits des Rheines ergeben.

Hier wie dort blockieren die massiven Interessen der Energiekonzerne der Erdöl-, Erdgas-, Kohle- und Atomwirtschaft den Umstieg auf die emissionsfreien Erneuerbaren Energien. Das Festhalten an der Atomkraft führt aber zu immer weiteren steigenden Belastungen des bereits hochverschuldeten französischen Staatshaushaltes. Dieser Zusammenhang ist in Frankreich viel zu wenig bekannt. Doch die staatlichen Schuldenübernahmen des ansonsten Bankrott gehenden Atomkonzernes AREVA und des hochverschuldeten Energieversorgers EDF können so nicht weitergehen, wenn Präsident Macron den Staatshaushalt sanieren will. Dies gilt es nun in den nächsten Monaten dem aus der Finanzwirtschaft kommenden neuen Präsidenten bewusst zu machen.

Dabei ist der Umstieg auf eine Energieversorgung mit 100% Erneuerbaren Energie notwendig, machbar und ökonomisch vorteilhaft, wie ich in meinem Redebeitrag zum Erstaunen vieler französischer Teilnehmer hervorhob.

Die Fraunhofer Institute, ISE in Freiburg und IWES in Kassel, haben längst nachgewiesen, dass sich Deutschland mit 100% Erneuerbaren Energien versorgen kann. Das renommierte Forschungszentrum ADEME in Frankreich hat dies auch für Frankreich gezeigt

Erneuerbare Energien wären also in der Lage, Energieabhängigkeiten zu beenden, Energieversorgungssicherheit und wirksamen Klimaschutz zu schaffen und die Atomkraftwerke auch in Frankreich stillzulegen –ohne eine Erhöhung der Stromkosten, wie es ADEME den Franzosen in der oben erwähnten Studie längst vorgerechnet hat.  

Lesen Sie hier mein weiterführendes pdf Papier (121 KB) , welches ich in Straßburg auf dem deutsch-französischen Energieforum vorlegte

Berlin, den 25. Juni 2017

Ihr Hans-Josef Fell 


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