Hans-Josef Fell kritisiert fortgesetzte Windkraftblockade von Landrat Bold

„Der neue Windatlas macht erneut deutlich, dass die Rhön für ganz Bayern von herausragender Bedeutung für die Windkraft ist“, so Grünen-Energiepolitiker und Sprecher der Klagegemeinschaft Pro Windkraft Hans-Josef Fell. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete kritisiert Landrat Thomas Bold und die CSU für die fortgesetzte Blockade der Windkraft an den geeignetsten heimischen Standorten. Fell: „Die CSU trägt Verantwortung für den weiterhin großflächigen Ausschluss von Windkraft in der Rhön über die Planungsvorgaben des Regionalen Planungsverbandes.“ Daher halte er Bold, der Vorsitzender des Planungsverbandes werden wolle, hierfür in Zeiten der Energiewende für die falsche Besetzung. Hans-Josef Fell: „Statt endlich über Zonierungskonzepte und Landschaftsbildbewertungen geeignete Flächen für Windräder in den windreichen Naturparken und im Biosphärenreservat ausfindig zu machen, hält Bold am rechtswidrigen pauschalen Ausschluss dieser Flächen fest, obwohl sie mit die ertragsreichsten in ganz Bayern sind.“

Dabei sei auch der Planungsverband durch Bundesrecht verpflichtet der Windkraft substantiell Raum zu verschaffen, was aber genau in den windreichen Teilen der Region Main-Rhön nicht der Fall sei, so Fell. Viele Regionen in anderen Bundesländern und sogar wenige in Bayern haben die Zonierung und nachfolgende Festlegung von zusätzlichen Windkraft-Gebieten längst abgeschlossen. Aber in Unterfranken gehe hier mal wieder nichts voran, so der Botschafter für 100 Prozent Erneuerbare Energien. Zugleich kämpften die gleichen Landräte, die die Windkraft blockieren, gegen erforderliche neue Stromtrassen in der Region, „allen voran Landrat Bold, der sogar zur Unterschriftensammlung gegen die von CDU/CSU und FDP beschlossene Sued-Link Leitung auffordert und damit das von der CSU mitbeschlossene Energiekonzept hintertreibt“, so Fell. Wer weder ausreichend Windkraft fördere noch neue Stromtrassen wolle, der setze sich dem Verdacht aus, insgeheim weiter auf die Atomkraft zu setzen.

Recht habe Landrat Bold allerdings dabei, dass der Windatlas keine Grundlage für die Genehmigung von Windrädern darstellen kann. Fell: „Wenn alle sonstigen Genehmigungsvoraussetzungen gegeben sind und Flächen für Windkraft genutzt werden können, dann ist es allein Sache der Investoren zu beurteilen, ob der Wind am Standort ausreicht, um die Anlage künftig wirtschaftlich zu betreiben.“