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Die Windkraft muss zusammen mit der Solarenergie volumenmäßig das Zugpferd auf dem Weg zu einer Vollversorgung mit Ökostrom sein. Etwa 40-50 Prozent unserer zukünftigen Stromversorgung werden aus der Windenergie kommen müssen. Heute sind wir in Deutschland davon noch weit entfernt. Der dritte Teil meiner Bewertung der EEG-Novelle widmet sich daher den geplanten Einschnitten bei der Windenergie.

Berlin, den 4. April 2014

Ihr Hans-Josef Fell

 

Bewertung der EEG-Novelle

Teil III: Windkraft

Die deutsche Stromversorgung wird etwa zu neun Prozent vom Windstrom abgedeckt. Bei diesen neun Prozent gibt es bereits heftige Diskussionen über die angeblich nicht beherrschbaren Schwankungen der Windstromproduktion: Es gäbe Abschaltungen von Windrädern, um die Überlastungen der Netze zu verhindern und viel mehr Windstrom könne man nicht integrieren, weil zum Einen der Stromüberschuss dem Netz Überlastungsprobleme bereite und zum Anderen in windschwachen Zeiten die Erzeugung nicht den Strombedarf decken könne.

Dänemark macht’s vor

Da überrascht Dänemark. Im letzten Jahr betrug der Anteil der Windenergie an der dänischen Stromversorgung schon rund ein Drittel. Das Nachbarland hat es sogar geschafft, seinen Strombedarf im Dezember 2013 zu mehr als 50 Prozent aus Windenergie zu decken. Damit ist das Land auf dem besten Weg, das offizielle Ziel von 50 Prozent Windenergie bis 2020 zu erreichen. Und in Dänemark schmelzen die Netze nicht, wenn dort viel Wind weht und dieser sie vollständig mit Windstrom versorgt. Dänemark zeigt auf, wie die hohen Volatilitäten innerhalb der Erneuerbaren Energien zukünftig sinnvoll ausgeglichen werden und sogar Problemlösungen in anderen Energiesektoren schaffen können. Überschüssiger Windstrom in windstarken Zeiten wird nicht abgeschaltet, sondern dient zur Aufheizung der Nahwärmesysteme, womit teures Erdöl- und Erdgas vermieden werden können. In windschwachen Zeiten springen in den Nahwärmesystemen Blockheizkraftwerke an, die vielfach mit Biogas gespeist werden. Sie erzeugen das in windschwachen Zeiten fehlende Strom- und Wärmeangebot. Diese Politik, die natürlich noch mit sinnvollem und intelligentem Netzmanagement ergänzt werden muss, wäre auch für Deutschland wegweisend.