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Atomwaffen und Atomenergie abschaffen

Der nordkoreanische Raketenstart vor wenigen Tagen hat die Bedrohung durch Atomwaffen erneut in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Der völlig durchgedrehte nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un knechtet sein Volk, das in bitterer Armut abgeschottet von der übrigen Welt lebt und legt seine ganze Kraft in die Bedrohung mit Atomwaffen. Die USA haben nun angekündigt, Südkorea mit einem Raketenabwehrschirm zu schützen. Die Spirale der Atomwaffenarsenale dreht sich immer weiter.

Angebote an Nordkorea, mit Erneuerbaren Energien eine Entwicklung und Armutsbekämpfung des Landes unter Verzicht auf die Atomreaktoren vorzuschlagen, gibt es von der Weltgemeinschaft leider immer noch nicht. 2007 hatte ich in Südkorea einen entsprechenden Vorschlag gemacht.

Über 16.000 Atomwaffen sind weltweit einsatzbereit. Sie verursachen jährlich Kosten von ca. 1 Milliarde US-Dollar und führen zu einer hundertfachen Overkillfähigkeit der gesamten Menschheit.

PNND, das weltweite Netz von Parlamentariern für die atomare Abrüstung, hat im letzten Jahr einen Aufruf an die UN zum Unterzeichnen für Abgeordnete, Bürgermeister und Religionsführer gestartet. Dieser Aufruf zur Abschaffung der Atomwaffen sollte von möglichst vielen unterzeichnet werden. Die deutsche Fassung finden Sie hier. Ihre Unterzeichnung können Sie an alyn@pnnd.org senden.

Die sogenannte friedliche Nutzung der Atomenergie hat erst die Basis geschaffen, dass genügend Atomwaffenmaterial für die Atom- und Wasserstoffbomben zur Verfügung steht. Daher gehört die Ächtung und die Abschaffung der sog. friedlichen Nutzung der Atomenergie genauso in den Mittelpunkt, wie die Forderung der Abschaffung der Atomwaffen.

Doch obwohl sich inzwischen immer mehr abzeichnet, dass die Atomenergie hoffnungslos überteuert ist im Vergleich zu Erneuerbaren Energien, halten viele Nationen an ihren politischen Entscheidungen für neue Atomkraftpläne fest: Großbritannien, Frankreich, die Türkei, arabische Länder, China, USA u.a. Der wahre und nie ausgesprochene Hintergrund wird wohl wie schon in der Vergangenheit auch nicht das Streben nach einer sinnvollen Energiequelle sein, sondern der Wunsch die Atombombe oder für das eigene Atomwaffenarsenal genügend waffentaugliches Uran oder Plutonium zu bekommen.

 

Berlin, den 10. Februar 2016

Ihr Hans-Josef Fell
Präsident der Energy Watch Group (EWG) und Autor des EEG