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Morgen, am 27. Juni 2015 ist das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG) endlich abgeschaltet. Eine Erlösung für die Region, denn einen Super-GAU wird es dann nicht mehr geben können. Wie schlimm das gerade für meine Heimatregion gewesen wäre, hatte Gudrun Pausewang in ihrem inzwischen als Kultbuch geltenden Roman „Die Wolke“ beschrieben.

Damit sind aber nicht alle radioaktiven Gefahren ausgeschaltet. Die Zwischenlager müssen weiterhin z.B. vor Terrorakten geschützt werden, der saubere Abriss des KKG wird noch viel Kopfzerbrechen bereiten und vor allem müssen die erzeugten Atommüllberge auch endgelagert werden, wofür die Bayerische Staatsregierung sich weigert Verantwortung zu übernehmen. Mit der Abschaltung des KKG wird es keinen Stromengpass geben. Der durch das EEG entfachte Ausbau der Erneuerbaren Energien auch in Bayern hat längst den Ersatz geschaffen.

Schwieriger wird es aber in Bayern mit den Strommengen, die in den nächsten Jahren ersetzt werden müssen, wenn endlich auch die Reaktoren Isar und Gundremmingen abgeschaltet werden. Die bayerische Staatsregierung und die Bundesregierung bringen mit kräftiger Unterstützung von Windkraftgegnern und Naturschützern wie dem BUND Naturschutz vor Ort, den Ausbau von Windkraft, z.B. in der windreichen Rhön, von Freiflächen-Solaranlagen, Biogasanlagen, Wasserkraftanlagen und andere Erneuerbare Energien faktisch zum Stillstand. Daher wird es in Bayern selbst keinen Ersatz für die noch abzuschaltenden Reaktoren geben. Und da Erdgaskraftwerke im Vergleich zu Erneuerbaren Energien viel zu teuer sind, wird sich auch dafür kein Investor finden.

Lediglich der über neue Netze wie SuedLink u.a. nach Bayern transportierte Strom aus Wind- und norwegischer Wasserkraft kann helfen, dass in den nächsten Jahren auch in Bayern alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden können. Mit dem nun endlich auch von Bundesminister Gabriel geforderten Vorrang für Erdverkabelung wird es keine nennenswerte Beeinträchtigung für Natur und Mensch geben.

Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hat heute in einer Länderanalyse eindrucksvoll nachgewiesen, dass Bayern für das weitere Abschalten der bayerischen Kernkraft noch nicht genügend eigene Stromerzeugung hat und auf Grund der bayerischen Erneuerbaren Energien Blockade auch nicht aufbauen wird. Lesen Sie hierdie Analyse der AEE.

Berlin, den 26. Juni 2015

Ihr Hans-Josef Fell