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Analyse zeigt: Deutschland muss Energieversorgung bis spätestens 2035 komplett auf Erneuerbare umstellen

Das NewClimate Institut analysierte im Auftrag von Greenpeace die Konsequenzen des Pariser Klimaabkommens, das im Dezember 2015 von fast 200 Ländern beschlossen wurde.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die weltweiten CO2-Emissionen aus der Energieerzeugung, -nutzung und Land- und Forstwirtschafts bis 2035 null erreichen müssen. Nur so kann der globale Temperaturanstieg auf 1,5°C begrenzt werden.

Industrieländer wie Deutschland müssen dabei früher als der globale Durchschnitt ihre Emissionen auf null senken. Sie tragen die historische Verantwortung für den Klimawandel. Nun haben sie die Verpflichtung, schnell auf die Erneuerbaren Energien umzusteigen, um den Schaden, den sie durch die klimaschädlichen fossilen Energien angerichtet haben, wieder gut zu machen. Für Deutschland bedeutet dies konkret, dass der gesamte Energiebedarf noch vor 2035 mit 100% regenerativen Energien gedeckt werden muss. Im Stromsektor bereits vor 2030.

Doch statt den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland zu beschleunigen, erdrosselt ihn die Bundesregierung. Es wird Zeit, dass sie ehrlich mit sich selbst ist: Die Energiewende in Deutschland droht zu scheitern. Bestandsgebäude werden kaum saniert, die Emissionen im Verkehrssektor sinken seit Jahren nicht. Es gibt in Deutschland keinen nennenswert Ausbau mehr bei Wasserkraft, Bioenergien und Geothermie. Die Solarenergie dümpelt auf niedrigem Niveau und die Ausschreibungen sollen nun auch noch die Windenergie an Land massiv ausbremsen. So werden wir bis 2022 maximal 40 TWh jährlichen Ökostromzubau schaffen, was nicht einmal den Ersatz von heute noch 90 TWh Atomstrom schaffen wird. Die Bundesregierung verhindert den Klimaschutz also völlig. Damit sabotiert die Bundesregierung die eigene Zustimmung zum Pariser Vertrag.
Den vielen Energieexperten, die z.B. auf dem aktuell in Berlin laufenden Kongress für Erneuerbare Energien des Bundesverbandes Energie und Wasserwirtschaft (BDEW) der Meinung sind, dass eine Umstellung auf 100% Erneuerbaren Energien selbst bis 2050 nicht machbar wäre, hielt ich angesichts dieser Studie entgegen, dass die großen Aufgaben der Energiewende sehr wohl zu lösen seien. Falls wir aber nicht schnell auf Erneuerbare Energien umstellen, werden die Probleme der mit der Erdtemperatur wachsenden Zahl von Klimaflüchtlingen bald nicht mehr lösbar sein.

Auch Andres Böhling, Greenpeace, sagt dazu: „Wenn Wirtschaftsminister Gabriel den Ausbau der Erneuerbaren jetzt bremst, dann reduziert er den historischen Moment Paris auf ein billiges Lippenbekenntnis. Auch Deutschland hat sich mit dem Abkommen zu mehr Klimaschutz verpflichtet“

Berlin, den 24. Februar 2016

Ihr Hans-Josef Fell