Europäische Behörde warnt vor Risiken durch das Nervengift beim Pflanzenschutz

Heute hat der Bundestagsabgeordnete Hans-Josef Fell mit der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen die Bundesregierung mit einem Antrag aufgefordert, die Risiken für Bienen und andere bestäubende Insekten durch Pflanzenschutzmittel aus der Gruppe der Neonicotinoide so weit wie möglich auszuschließen. Grundlage für den Antrag ist ein aktuelles Gutachten der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in Parma/Italien, das vor hohen akuten und chronischen Risiken für Bienen und andere Bestäuber durch Neonicotinoide warnt mit "erheblichen negativen Auswirkungen auf die Bienengesundheit und auf Bienenvölker". Das Gutachten stellt erhebliche Schwächen in den bisherigen Zulassungsverfahren und in der Risikobewertung dieser Nervengifte fest. Gefordert wird besonders eine verstärkte Forschung in Bezug auf niedrig dosierte Langzeitbelastung.

Es gebe deutliche Hinweise auf Zusammenhänge zwischen dem Einsatz von Neonicotinoiden und erhöhten Bienenschäden, so Fell. Durch ihre hohe Giftigkeit, ihr langes Verbleiben in der Umwelt und ihre systemische Wirkweise hätten sie erheblich stärkere Risiken als andere Pflanzenschutzmittel. "Das hat nicht nur für die Bienenvölker katastrophale Folgen, sondern z.B. auch für Wiesenvögel, die sich von Insekten ernähren", so Hans-Josef Fell. Voraussetzung für die Anwendung dieser Gifte sei, dass sie keinerlei inakzeptable Auswirkungen auf die Umwelt haben dürften. "!Das ist nicht erfüllt", stellt MdB Fell fest. Weitere Studien wiesen darauf hin, dass Neonicotinoide auch die Widerstandsfähigkeit der Bienen gegen Schädlinge und Krankheiten verringern. Infolge der Verdrängung von blühenden Futterpflanzen durch blütenarme Monokulturen sowie durch den Milben-Befall (Varroa) seien Bienenvölker bereits in vielen Regionen Deutschlands geschwächt, so Hans-Josef Fell. Jede zusätzliche Belastung berge die Gefahr weiterer schwerer Bienenschäden.

"Honigbienen sind das drittwichtigste Nutztier der Menschheit. Der wirtschaftliche Ertrag der Bestäubungsleistung durch die Honigbienen ist fünfmal höher als der Nutzen der Neonicotinoide", so Umweltpolitiker Fell. Erfahrungen in Italien zeigten, dass der Verzicht auf diese Gifte nicht zwangsläufig mit Ertragseinbußen einhergingen. Nur drei Prozent der Felder wiesen Schäden ohne einen Einfluss auf den Ertrag auf, so Fell. Die Begrenzung des Schädlingsbefalls sei allein mit Fruchtwechsel gelungen. Grünen-MdB Fell: "Der Einsatz von Neonicotinoiden ist weder notwendig noch vertretbar."

Neonicotinoide

"Neonicotinoide sind eine Gruppe von Insektiziden mit gleicher Wirkweise: Sie greifen das zentrale Nervensystem von Insekten an und verursachen Lähmungen und Tod. Verschiedene Studien der jüngeren Zeit legen nahe, dass die Exposition gegenüber Neonicotinoiden in subletalen Dosen erhebliche negative Auswirkungen auf die Bienengesundheit und auf Bienenvölker nach sich ziehen kann."

Zitiert nach www.efsa.europa.eu/de


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