Inhalt

  • Russisch-ukrainische Gaseinigung bringt keine Sicherheit
  • Klimaschutzschäden messbar machen


Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Russisch-ukrainische Gaseinigung bringt keine Sicherheit 

Von Sicherheit für die Versorgung der Ukraine kann auch nach der Einigung im Gasstreit keine Rede sein. Die desolate Finanzlage der Ukraine lässt Zweifel aufkommen, ob das Land in der Lage sein wird, die von Gazprom geforderte Vorkasse zu leisten. Und selbst wenn es der Ukraine in diesem Winter mit den Unterstützungen der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) gelingt, so bleiben doch die Schulden der Gasrechnung bestehen während das Gas längst verbrannt ist. Und dabei wären die EU-Hilfen, die jetzt für Gas-Einkäufe drauf gehen, viel besser in den wirtschaftlichen Aufbau der Ukraine investiert. Den bräuchte das Land dringend, um mittelfristig von den Gaslieferungen loszukommen. Die Vereinbarung ist somit alles andere als nachhaltig und trägt nur zur weiteren energiepolitischen und finanziellen Abhängigkeit der Ukraine bei. 
EU-Energiekommissar Oettinger hat der Ukraine mit seiner letzten Amtshandlung keine große Hilfe erwiesen. Er hat wieder keinen Weg aufgezeigt, wie die Ukraine aus der Abhängigkeit der russischen Energielieferungen befreit werden kann. Doch ohne die Umstellung auf Erneuerbare Energien und Energieeffizienz wird die Ukraine den direkten Weg in Richtung Staatsbankrott gehen. 
Es bleibt zu hoffen, dass sich der Wahlsieger des Poroschenko-Blocks in der neuen Regierung gegen die Partei von Ministerpräsident Jazenjuk durchsetzen wird, da Präsident Poroschenko klar auf Erneuerbare Energien und Energieeffizienz setzt. Im Gegensatz dazu hält Jazenjuks Partei an veralteten Kohle- und Atomtechnologien fest.

Klimaschutzschäden messbar machen 

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldete gestern, die ersten zehn Monate des Jahres seien so warm ausgefallen wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen 1881. 2014 hat gute Chancen, das wärmste Jahr seit 130 Jahren zu werden. Und die Folgen der globalen Erwärmung spürt nicht nur Deutschland. 
Doch welche Konsequenzen ziehen die Staatschefs? Bei den Klimaschutzkonferenzen geht es wie immer nur um die Lastenverteilung der angeblichen Kosten für den Klimaschutz. Dabei ist längst überall und immer häufiger in Form von Extremwetterereignissen spürbar, dass uns die Kosten der Erderwärmung unendlich viel teurer zu stehen kommen. Die Folgen des Klimawandels sind allgegenwärtig, und nicht mehr nur ferne Belastungen für zukünftige Generationen. 
Wie stark die Kosten durch Extremwettereignisse tatsächlich sind, ist jedoch häufig schwer ersichtlich, da diese oft lokal begrenzt stattfinden: Hagelschäden, plötzliche Hochwasser, Stürme, Windhosen o.ä. 
Um diese Schäden zu bemessen, hat nun die lokale Agenda 21 in der Stadt Wetter (Ruhr) beschlossen, einen jährlichen Schadensbericht aufzustellen. Das Beispiel des größten Schadens 2013 in Wetter verdeutlicht die Vorgehensweise in dem Bericht. So lag der ehrenamtlich erbrachte Aufwand von Feuerwehr und THW nach dem Starkregen-Ereignis am 20. Juni 2013 bei 200 Arbeitstagen. Dies entspricht knapp der gesamten Jahresarbeitsleistung einer Person. Für diesen enormen Leistungssaufwand musste jedoch kein Geld ausgeben werden, weshalb solche Leistungen auch nicht in übergeordneten Schadensbilanzen von Versicherungen auftauchen. Neben diesen ehrenamtlichen Tätigkeiten hat sich auch der Stadtbetrieb Wetter mit gut 120.000 Euro an der Schadensbeseitigung beteiligt. Insgesamt ist demnach ein nachvollziehbarer finanzieller Schaden in Höhe von mindestens 1,08 Mio. Euro entstanden. 
Die lokale Agenda 21 in Wetter regte nun an, dass bundesweit überall entsprechende lokale jährliche Schadensberichte aufgestellt werden. 
Sie sollen beitragen, den Bewusstseinswandel in der öffentlichen Diskussion für die Klimaschäden herbeizuführen. Mit einem systematischen Monitoring der Extremwetter-Schäden werden laut Agenda 21 insbesondere zwei Ziele verfolgt:

  • Das Bewusstsein für die Entwicklung und die Höhe des Schadenpotentials der Extremwetter soll geschärft werden
  • Die Entscheidungsgrundlage für die Politik soll erweitert werden, insbesondere was die Beurteilung der benötigten Geschwindigkeit zur Umsetzung der Energiewende angeht

Um anzufangen wird die lokale Agenda 21 Wetter (Ruhr) e.V. die Schäden aufgrund extremer Wetterereignisse in Zusammenarbeit mit der Stadt Wetter (Ruhr), dem Stadtbetrieb Wetter (Ruhr), der Feuerwehr, dem THW, der DLRG, den jeweils betroffenen Bürgern und den kooperationsbereiten wetteraner Versicherungsmaklern für die Stadt jährlich erheben und darüber berichten. 

Weitere Informationen: 
Lokale Agenda 21 Wetter (Ruhr) e.V. 
Dieter Röllke und Rolf Weber 
www.agenda21-wetter.de 
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Berlin, den 31. Oktober 2014

Ihr Hans-Josef Fell


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