Inhalt

  • Klimakiller Erdgas
  • China: Erneuerbare Energien statt Kohle- und Atomstrom
  • Hans-Josef Fell im großen Interview der Main Post zur Energiepolitik


Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Klimakiller Erdgas 

Erdgas gilt in weiten Kreisen immer noch als klimafreundliche Brückentechnologie. Auch die Bundesregierung sieht in Erdgas eine klimaschonende Alternative zur Kohle.
Der Mythos der Klimafreundlichkeit wurde jedoch wissenschaftlich wiederlegt. Fünf internationale Forschungsinstitute haben jetzt nachgewiesen, dass die steigende Verfügbarkeit von Erdgas gesamtwirtschaftlich nicht zu weniger Emissionen führt.

In fünf Energiemarkt-Modellen simulierten die Wissenschaftler die wirtschaftlichen Folgen eines erhöhten Erdgasangebots und kamen zu dem immer gleichen Ergebnis, dass das Erdgas keineswegs dem Klimaschutz dient. Der CO₂-Ausstoß sank maximal um zwei Prozent, die Temperaturen änderten sich kaum. Laut der beteiligten deutschen Forschungsstelle des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) kann Erdgas daher nicht zu einer Verringerung der Erderwärmung beitragen.

Bei der Verbrennung von Erdgas entstehen zwar im direkten Kraftwerksvergleich nur halb so viele Emissionen wie bei der Nutzung von Braunkohle. Dieser Vergleich ist aber irreführend. Drei gegenteilige Effekte führen zu steigenden Emissionen, wenn der Erdgasverbrauch zunimmt. Zum einen verdrängt Erdgas nicht nur klimaschädliche Kohle, sondern auch emissionsarme Erneuerbare Energien. Zum anderen führt billiges Erdgas zu weniger Energieeffizienz und erhöht den Energieverbrauch. Außerdem entstehen zusätzliche Emissionen bei der erhöhten Förderung von Gas, vor allen Dingen durch das Entweichen von Methan durch undichte Leitungen.

Die Konsequenz kann daher nur lauten, das Zeitalter der fossilen Energien nicht künstlich zu verlängern, etwa durch neue kostspielige und umweltschädliche Fördermethoden wie das Fracking oder durch wie letzte Woche von der bayerischen Wirtschaftsministerin Aigner vorgeschlagene Subventionen für alte oder neue Gaskraftwerke. Die Bundesregierung muss daher so schnell wie möglich den Weg zu einer 100% erneuerbaren Energieerzeugung freimachen, so wie es Schweden jetzt im neuen Koalitionsvertrag angeht.

Die Süddeutsche berichtete. 

Zur Analyse geht es hier 

China: Erneuerbare Energien statt Kohle- und Atomstrom 

Chinas Kohleverbrauch ist in den ersten drei Quartalen 2014 erstmals in diesem Jahrhundert gesunken. Obwohl der Stromverbrauch immer noch um 4 % zunahm, sank die Kohlenachfrage um 1 %, was ein klarer Indikator für den schrittweisen Kohleausstieg in China ist.
Doch nicht nur Kohle gerät in China unter Druck. Nun hat auch einer der größten chinesischen Nuklearkonzerne, CGN, die Flucht nach vorne gewagt und massive Investitionen in Erneuerbare Energien getätigt. Der Börsengang der CGN Tochterfirma Meiya Power, welche auf Erneuerbare Energien ausgerichtet ist, war ein voller Erfolg: statt der erwarteten 197 Millionen US Dollar hat der Gang an die Börse sogar 227 Millionen US Dollar eingebracht.
Der Erfolg an der Börse unterstreicht das Vertrauen der Investoren in die Erneuerbaren Energien. Offenbar glaubt selbst die chinesische Atomwirtschaft nicht mehr an die unentwegt verbreitete Propaganda der nuklearen Renaissance.


Hans-Josef Fell im großen Interview der Main Post zur Energiepolitik 

Von der Ukraine über bayerische Windräder bis zum Streit um die großen Stromleitungen habe ich im Gespräch mit der Main Post die aktuellen energiepolitischen Entwicklungen kommentiert. Das komplette Interview finden Sie hier.

Berlin, den 28. Oktober 2014

Ihr Hans-Josef Fell


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Energy Watch Group (EWG) is an international network of scientists and parliamentarians. The EWG conducts research and publishes independent studies and analyses on global energy developments. Our mission is to provide energy policy with objective information.

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